Bei der Familie der Kopfbedeckungen spricht man dann von einem Hut, wenn das bedeckende „Kopfstück“ eine feste, mehr oder weniger steife Form hat und eine umlaufende Krempe besitzt. Es gibt aber auch Hüte, die keine Krempe besitzen, wie z. B. die Toque (Topfhut). Der Hut bedeckt das Haar im Gegensatz zu den Hauben nicht mehr vollständig. Das Wort „Hut“ leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort „huot“ oder „huot(e)“ ab und bedeutete ursprünglich „Schutz“ im Sinne von Obhut, aber auch Aufsicht und Fürsorge und kann mit unseren heutigen Wörtern „behüten“ und „hüten“ in Beziehung gebracht werden. Die Bedeutung der Hüte manifestiert sich in zahlreichen Redewendungen, die neben der Schutzfunktion auch auf Rechtssymbole, auf Bräuche, den Stand des Trägers oder der Trägerin, auf die Region und auch auf die Gesinnung verweisen.

Ein englisches Sprichwort sieht den Hut als Gesinnungskennzeichen, wenn es da heißt: „Changing hats changing ideas.“ Bezogen auf eine Person wurde oft das Wort Hut verwendet, wenn „man einen feuchten Hut aufhatte“ und nicht so ganz bei Verstand oder betrunken war. Mehrere Leute „unter einen Hut zu bringen“ ist oft durch unterschiedlichste Charaktere und Meinungen nicht so ganz einfach. Manche mögen gar mit einer Idee „nichts am Hut haben“ oder sich diese „an den Hut stecken“ – das sind Redewendungen, die auf den Militärdienst zurückgehen. Auf jeden Fall sollte man „auf der Hut sein“ und sich vor gewissen Leuten „hüten“, damit wir eine „behütete Kindheit“ erleben und in guter „Obhut“ aufwachsen. Talentierte Redner/-innen halten ihre Rede „aus dem Hut“, ohne Manuskript, und davor sollten wir respektvoll „den Hut abnehmen“ oder „Hut ab!“ rufen. Dies sind nur einige Beispiele der zahlreichen Redewendungen rund um den Hut.

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