Eine eigene Hauptgruppe in der Familie der Kopfbedeckungen stellen die sogenannten Hauben dar. Der Begriff selbst ist schon problematisch, da er nicht eindeutig für eine bestimmte Art von Kopfbedeckungen herangezogen werden kann. „Die frühe ,Haube‘ meint vermutlich bereits eine bei den Germanen verbreitete, sich am Kopf eng anschmiegende Kopfbedeckung. Im Althochdeutschen sind ihre Bedeutungen ,Mütze‘ und ,Bischofsmütze‘, im Mittelhochdeutschen bezeichnet sie eine mützenartige Kopfbedeckung für beide Geschlechter (…). Seit dem 14. Jahrhundert meint sie vorrangig die Kopfbedeckung von Frauen, daneben weiterhin die von Männern und Frauen unter dem Hut beziehungsweise dem Kopftuch getragene (Unter)haube. (…) Die hochsprachliche Bedeutung des Begriffs ,Haube‘ für eine Art von Frauenkopfbedeckung findet sich auch in vielen deutschen Dialekten; nach Norden hin ist der Begriff ,Haube‘ allerdings weniger in Gebrauch, seine Bedeutung übernimmt hier der Begriff ,Mütze‘. Regionale Unterschiede in den Kleidungsgewohnheiten und der Bedeutungswandel machen eine exakte Definition unmöglich.“ Gerne werden so Hauben nach der Herkunft (Linzer Haube), nach der Trägerpersönlichkeit (Stuarthaube), dem Trageanlass (Trauerhaube), der Erscheinungsform (Spitzhaube) oder dem Material (Fellhaube) bezeichnet. In diesem Beitrag wollen wir uns auf die Frauenhauben beschränken, da männliche Hauben wie z. B. die Zipfelhauben oder Zipfelmützen bei uns selten oder gar nicht verbreitet sind.

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